GRÜNE PARTYCRASHER IM BLAUEN TOLLHAUS

Es war ein emotionales, spannendes aber nicht immer hochklassiges Spiel, welches sich die beiden besten Teams des Saarlandes der jüngeren Vergangenheit am 11.04.2026 in der Freisener Bruchwaldhalle lieferten und welches die Prowin Volleys TV Holz am Ende etwas glücklich, aber nicht unverdient mit 3:1 gewannen und sich im Kampf gegen den Abstieg aus der 2. Bundesliga Luft verschaffen konnten.
Der SSC Freisen hatte seine Heimstätte zum Derby zu einer schmucken Volleyballarena dekoriert, die großformatige Videoleinwand des Top-Sponsors CVC sorgte für ein Feeling wie ein kleines Mannheimer Pokalfinale.
Mehr als 400 Zuschauer, darunter ca. 100 Fans aus Holz, sorgten darüberhinaus für eine großartige Stimmung, die sicher noch in einiger Entfernung zu hören war.
Der SSC Freisen kam im ersten Satz nicht in Tritt, Headcoach Brigitte Schumacher hatte beim Stand von 4:9 bereits beide Auszeiten verbraucht und konnte durch zwei Spielerwechsel auf 14:16 zur Mitte des Satzes auf zwei Punkte verkürzen, Holz hielt jedoch dagegen und leistete sich weniger Eigenfehler, womit der Satz mit 25:19 an die Prowin Volleys ging.
Ganz anders verlief der zweite Satz. SSC-Kapitänin Doreen Werth stellte gleich zu Anfang auf 8:2, Kayla Afoa gelang eine Aufschlagserie zum 16:6 und Kaya Young legte zum 21:7 nach. Die Folge war ein überdeutlicher 25:11 Satzgewinn.
Statt den Schwung aus Satz 2 mitzunehmen, ließ der SSC die Gäste jedoch wieder davonziehen und lief ständig einem fünf oder sechs Punkte Rückstand hinterher, den Holz bis zum Satzende nicht mehr aus den Händen gab.
Im vierten Satz setzte sich die Achterbahnfahrt des bisherigen Spielverlaufes zunächst fort. Freisen jetzt wieder gleich mit viel Power im Aufschlag und Angriff und zur Mitte des Satzes mit 13:6 in Führung.
Warum das Spiel zu diesem Zeitpunkt dann doch noch kippte, lag zum einen sicherlich am unbändigen Kampfeswillen der Holzerinnen, die jeden Ball leidenschaftlich verteidigten, jedoch auch zu einem großen Teil an mehreren, zum Teil krassen, Fehlentscheidungen der " Unparteiischen ", deren Oberteil nicht nur farblich mit dem Jersey der Gäste harmonierte und schließlich in zwei roten Karten für den SSC Freisen kulminierte, die jeweils mit einem Punkt für Holz belohnt wurden und somit das Spiel und das Ergebnis letztendlich maßgeblich beeinflussten.
Dass die Fans des SSC Freisen ein feines Gespür für das zuvor Geschehene hatten, zeigte die anschließende Reaktion mit minutenlangen Standing Ovations für das Team, welches eine tolle Saison mit dem vorzeitigen Klassenerhalt bereits vor Wochenfrist gekrönt hatte.