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Volleyball: Drittligist SSC Freisen darf auf Auftieg hoffen

Volleyball : Freisen kann wohl für die 2. Liga planen

Noch steht die offizielle Bestätigung vom Verband aus, aber die Volleyballerinnen des SSC Freisen haben offenbar gute Chancen, kommende Saison in der 2. Volleyball-Bundesliga aufzuschlagen.

Gebannt blickten die Volleyballerinnen des SSC Freisen am Freitag immer wieder auf die Internetseite der Volleyball-Bundesliga. Wird der SSC kommende Saison erstmals in seiner Vereinsgeschichte in der 2. Liga aufschlagen? Die Entscheidung darüber will der Verband via Homepage verkünden – und die Chancen des SSC sind seit Donnerstag offenbar deutlich gestiegen.

Rückblick: Eine Woche zuvor hatte Freisen die notwendigen Lizenz-Unterlagen für den Aufstieg bei der Volleyball-Bundesliga (VBL) eingereicht. Zuvor hatte der Verein bereits am sogenannten Vorlizensierungsverfahren teilgenommen, dabei aber betont, dass man die endgültigen Lizenzunterlagen nur einreichen werde, wenn es gelänge, zusätzliche Sponsorengelder in Höhe von 10 000 bis 20 000 Euro zu generieren (wir berichteten).

Das ist nun gelungen. „Wir haben das Geld zusammen. Bestehende Sponsoren haben sich bereit erklärt, selbst in Corona-Zeiten ihr Engagement auszubauen. Dazu ist es uns gelungen, noch neue Sponsoren zu finden. Wir sind sehr dankbar und glücklich darüber“, freut sich Brigitte Schumacher, die Vorsitzende und Trainerin des SSC. „Wir konnten die Sponsoren mit unserem Konzept, mit regionalen Spielerinnen Schritt für Schritt nach oben zu gehen, überzeugen.“ Dabei erhält der Spiel- und Sportclub Unterstützung vom Landkreis St. Wendel. Zudem erklärte sich die Gemeinde Freisen dazu bereit, dass das Volleyballfeld in der Bruchwaldhalle farblich neu gestaltet werden kann – so dass es sich vom Rest des Hallenbodens abhebt.

Dies ist eine der vielen Bedingungen, die Zweitligisten erfüllen müssen. Hinter den Verantwortlichen liegt also eine ganze Menge Arbeit. „Ich würde am liebsten jetzt erst einmal zwei Tage durchschlafen. Ich hatte die letzten Wochen 0,0 Freizeit“, berichtet Schumacher lachend.

Dass der SSC die Lizenz-Unterlagen für die höhere Spielklasse eingereicht hat, bedeutet aber noch nicht automatisch den Aufstieg. Denn nach dem coronabedingten Abbruch der Drittliga-Saison 20/21 (Freisen war zu diesem Zeitpunkt mit vier Siegen aus fünf Partien Spitzenreiter) gibt es keine sportlichen Aufsteiger. Die VBL hat Vereinen jedoch angeboten, sich für einen Platz in der 2. Liga zu bewerben, wenn dort ein Platz frei wird.

Dies ist durch den Erstliga-Aufstieg von Meister VC Neuwied der Fall. Neben Freisen gab es allerdings noch einen weiteren Bewerber: den TB München.

Die Bayern scheinen allerdings mittlerweile aus dem Rennen zu sein. Laut übereinstimmenden Meldungen von Liga-Konkurrenten hätte München eine Absage erhalten. SSC-Spielerin Christine Kolb bestätigte auf Nachfrage: „Wir haben noch keine offizielle Mitteilung der Liga bekommen – und schauen immer wieder im Internet nach. Aber auch wir haben gehört, dass München am Donnerstagabend eine Absage erhalten hat. Das würde unsere Chancen natürlich erhöhen.“

Auch Trainerin Brigitte Schumacher fiebert der Entscheidung entgegen. „Für uns wäre es, nach dem ganzen Weg, den wir die vergangenen Jahre gegangen sind, das absolute I-Tüpfelchen, wenn wir in die 2. Liga dürften“, findet die Vorsitzende.

Sportlich sähe sich Freisen für das Abenteuer 2. Liga durchaus gerüstet – auch weil der Club nach der Saisonunterbrechung und dem späteren Abbruch mit einer Sondergenehmigung weiter trainiert hat. „Wir könnten deshalb eigentlich sofort starten und ich denke, wir sind im Moment besser als jemals zuvor“, erklärt die Trainerin. „Zudem sind unsere Spielerinnen, die sich nach und nach weiterentwickelt haben und mit denen wir nach und nach von der Oberliga bis in die 3. Liga aufgestiegen sind, jetzt im besten Volleyball-Alter.“